Clariant Angestellte kämpfen für ihre Arbeitsplätze

(c) Foto: Claude Giger
(c) Foto: Claude Giger

Trotz bitterer Kälte und Schneefall protestierten heute Morgen 400 Kundgebungs­teilnehmende in den Strassen Liestals gegen die neuesten Massenentlassungen am Clariant-Hauptsitz in Muttenz, wo 400 Clariant-Mitarbeitende ihre Stelle verlieren sollen. Die Belegschaftsmitglieder versammelte sich seit dem frühen Morgen vor dem Clariant Werk in Muttenz. Den Protesten angeschlossen hat sich auch eine Delegation der streikenden Beschäftigten von Clariant Huningue. Der Konzern will das Werk in Huningue bis 2013 schliessen und dort 262 Stellen streichen.

Klare Forderungen und erster Erfolg der Belegschaft
Die Demonstranten fordern von Clariant ein gesetzeskonformes Konsultationsverfahren, welches es erlaubt, Alternativen zum Kahlschlag bei Clariant zu finden und den Produktions- und Forschungsstandort Muttenz zu erhalten. Sie verlangen zudem einen runden Tisch mit Clariant, der Massnahmen zur Rettung der Arbeitsplätze und ein Konzept für einen Industriepark am Standort Muttenz ausarbeiten soll. Für allfällige Entlassene fordern sie tragfähige Anschlusslösungen und einen verbesserten, paritätisch umzusetzenden Sozialplan, der eine Vorruhestandsregelung und einen Kündigungsschutz für Arbeitnehmende ab 55 Jahren enthält.
Beim ersten Forderungspunkt haben die Clariant-Belegschaft und ihre Gewerkschaft Unia bereits einen Erfolg erzielt: Das Clariant-Management hat im Vorfeld der heutigen Demonstration endlich ein Konsultationsverfahren angesetzt. Die Belegschaft und die Betriebskommission können nun ihr gesetzesmässiges Recht wahrnehmen und Vorschläge zur Rettung der Arbeitsplätze bei Clariant einbringen. Die Konsultationsfrist läuft bis zum 30. April 2010. Damit die Beschäftigten mit Unterstützung der Unia ihr Recht auch wirklich wahrnehmen können, muss Clariant jetzt die notwendigen Angaben liefern.

400 schwarze Ballone und dringliche Interpellation an den Basler Regierungsrat
Wärend der Abschlusskundgebung vor dem Liestaler Regierungsgebäude verliehen die Betriebskommissionspräsidenten von Clariant und Novartis, Jörg Studer und Bernd Körner, sowie die Unia-Regionalsekretärin Rita Schiavi und Unia-Chemiesekretär Manuel Wyss mit Ansprachen an die Protestierenden diesen Forderungen Nachdruck. Zudem präsentierte Unia-Sekretär und Landrat Andreas Giger seine Interpellation an die Kantonsregierung. Die Interpellation verlangt von der Kantonsregierung Auskunft über die bisherigen und geplanten Unterstützungsmassnahmen für den Produktionsstandort Muttenz. Sie fordert den Regierungsrat auf, sich für eine Task Force und die Realisierung des geplanten Industrieparks einzusetzen.
Zum Schluss der Kundgebung lassen die protestierenden 400 schwarze Ballone in den Himmel steigen. Jeder Ballon steht für einen Arbeitsplatz, den Clariant-CEO Hariolf Kottmann in alle Himmelsrichtungen verstreuen bzw. vernichten will. Sie sollen aber auch die Botschaft verbreiten, dass die Belegschaft entschlossen ist, sich für die Zukunft von Clariant und des Produktionsstandortes Muttenz zu wehren

Quelle: www.unia.ch

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