Das Zürcher Obergericht hat gestern eine Unia-Gewerkschafterin vom Vorwurf des Hausfriedensbruchs freigesprochen. Es weist damit den Versuch eines Arbeitgebers zurück, die demokratischen Rechte der Beschäftigten und ihrer Gewerkschaft per Hausverbot zu umgehen. Dies ist ein wichtiger Entscheid für die Grundrechte und die Gewerkschaften in der Schweiz.
Die deutliche Ablehnung der Rentensenkung ist für alle Arbeitnehmenden und für die Gewerkschaft Unia ein grosser Erfolg. Es ist ein klares Nein zum Abbau bei der sozialen Sicherheit. Das Parlament muss jetzt die Konsequenzen ziehen: Ein Übungsabbruch bei der Revision der AHV- und Arbeitslosenversicherung ist nötig. Zudem muss der Selbstbedienungsladen in der zweiten Säule geschlossen werden.
Wer noch immer unentschlossen ist ob er morgen den Rentenklau an der Urne ablehnen soll, hier ein spannender Artikel aus dem Work von Oliver Fahrni
“Wir kennen ein Dutzend guter Gründe, am 7. März die Rentensenkung bachab zu schicken. Doch ein Grund allein schon sticht: Die Versicherungskonzerne, die Banken und Finanzberater aller Art ziehen Milliarden aus unserer zweiten Säule. Sie behaupten ein «Rentenloch» von 600 Millionen. In Wahrheit gibt es nur die hemmungslose Selbstbedienung der Finanzer am Geld, das wir fürs Alter sparen.
Zuerst dachten wir, dass sie um die 5 Milliarden zur Seite schaffen. Für Kosten und ihre Gewinne. Schon das wäre happig. Mehr als 1400 Franken pro Kopf. Zwölf Mal mehr, als uns die AHV kostet.
SCHOCKIERENDE WAHRHEIT Doch jetzt schält sich die schockierende Wahrheit heraus: Die Finanzwirtschaft, die Banken und Versicherer, die Geldverwalter, die Fondsmanager und die ganzen Berater kassieren an die 10 Milliarden von unserem Rentengeld ab. Jahr um Jahr. Das Wirtschaftsmagazin «Bilanz» bemass den Raub auf «8 bis 10 Milliarden ». Knapp 10 Milliarden ergibt jetzt die Rechnung von work. Rudolf Strahm, der frühere Preisüberwacher und Kenner der Pensionskassen, nennt diese Zahl gegenüber work «realistisch ».
Würde man den Rentenklau durch die Geldmanager auch nur halbieren, könnten wir alle weit über 90 Jahre alt werden – ohne Rentensenkung.
Wie viel Geld die 10 Milliarden sind, wird klar, wenn wir sie mit den Auszahlungen der beruflichen Vorsorge vergleichen: Knapp 28 Milliarden bekommen die Rentnerinnen und Rentner aus der zweiten Säule, alles inbegriffen.
Die Pensionskassen haben zuletzt 48 Milliarden Beiträge eingenommen, also 20 Milliarden mehr, als sie für Renten ausgeben.
Das Problem: Jeder fünfte Beitragsfranken versickert sofort. Der Trick: Die wahren Kosten der zweiten Säule blieben bisher verborgen. Hier die gesalzene Rechnung im einzelnen: “Rentenklauer bereichern sich um 10 Milliarden pro Jahr” weiterlesen
Das Parlament setzt munter den Sozialabbau fort und will die Schere zwischen Arm und Reich weiter erhöhen. Sowohl im Nationalrat, der die 11. AHV-Revision behandelte, als auch im Ständerat, welcher die AVIG-Revision beriet, obsiegten die Abzocker und bürgerlichen Ideologen. Der Nationalrat hat aus der 11. AHV-Revision eine massive Abbauvorlage gemacht. Das Rentenalter der Frauen wird ohne jede Kompensation erhöht, das flexible Rentenalter für kleine und mittlere Einkommen verhindert und die Renten werden gesenkt, indem die Mischindex manipuliert wird. Die Renten werden kaum noch der Teuerung angepasst. Nicht besser war der Ständerat, der die Arbeitslosen-Taggelder zusammenstreichen will und die Arbeitslosenversicherung einzig zu Lasten der Betroffenen, insbesondere der arbeitslosen Jugendlichen und der Langzeitarbeitslosen sanieren will. Dieser Kampf der Bürgerlichen gegen die arbeitnehmende Bevölkerung muss gestoppt werden. Gegen beide Vorlagen wird nötigenfalls das Referendum ergriffen. Und einen ersten Denkzettel können wir den Sozialabbauern schon am 7. März mit einem NEIN zum Rentenklau geben.
Die Schweizerische Arbeitsgemeinschaft der Jugendverbände (SAJV) setzt sich gegen die geplanten Kürzungen für Jugendliche bei der Revison der Arbeotslosenversicherung (ALV) ein. Die SAJV ist die Dachorganisation der schweizerischen Jugendverbände. Die SAJV wurde 1933 gegründet und vertritt über 80 Jugendverbände. Dazu gehören konfessionelle Organisationen, Jungparteien, Gewerkschaften, Studierendenorganisationen, Jugendaustauschorganisationen, Umweltorganisationen uva.
Die Medienmitteilung zur Revision der ALV lautet wie folgt:
“Ab kommendem Montag gehen National- und Ständerat an der Frühjahrssession 2010 bei der Teilrevision des Arbeitslosenversicherungsgesetzes noch einmal über die Bücher. Die SAJV ruft die eidgenössischen Räte auf, ihre kurzsichtigen Sparübungen auf Kosten der Jugend abzubrechen. “Jugendverbände gegen Kürzungen bei der Arbeitslosenkasse” weiterlesen
Leserbrief von mir für den Tierschutzanwalt in der BZ:
“Was bringt denn ein Gesetz, das nicht durchgesetzt werden kann? Nichts! Genau das ist das Problem beim Tierschutzgesetz. Da sich Tiere vor Gericht nicht vertreten können, kommen die Täter jeweils glimpflich davon. Oder wieso bekommt ein Tierquäler unter Umständen nur eine lächerliche Busse? Damit das Tierschutzgesetz auch vor Gericht konsequent umgesetzt wird, braucht es den Tierschutzanwalt. Das Beispiel im Kanton Zürich beweist, dass dieser die effizienteste und kostengünstigste Lösung ist um die Tiere zu schützen und den Tierschutz vor Gericht einzuhalten. Wer nichts zu verstecken hat, braucht den Tierschutzanwalt auch nicht zu fürchten. Tierquäler haben diese Furcht aber zu Recht, da sie es vor Gericht dann mit einem Fachmann zu tun bekommen. Die daraus resultierenden Urteile und das Wissen, dass es den Tieranwalt als Wächter der Tiere gibt, werden eine stark präventive Wirkung erzielen.”
Auf Youtube kursiert ein neuer Videoclip. “Backen mit Christa Markwalder” wurde neu vertont und sie wirbt nun mit einer neuen Stimme für ein NEIN zum Rentenklau. Hier das Video:
Man kann vom Video halten was man will, aber eines ist wichtig, dass wir alle am 7. März NEIN zum Rentenklau stimmen.
Seit 2003 sind Tiere keine Sache mehr. Sie haben Anrecht auf artgerechte Haltung und Schutz. Aber was nützt das fortschrittlichste Tierschutzgesetz, wenn Tierquälereien heute immernoch als Kavaliersdelikte behandelt werden?
Bei Delikten wegen Tierquälerei hat nur der Täter Rechte. Nur er kann sich durch einen Anwalt vertreten lassen, nur er hat Akteneinsichtsrecht, kann Beweismittel beantragen und das Urteil anfechten. Der Tierschutz und natürlich die betroffenen Tiere haben kein einziges dieser Rechte. So kann ein richtiger und effizienter Tierschutz nicht funktionieren. Eine gerichtliche Beurteilung von Tierschutzdelikten findet nur ganz selten statt. Im Jahre 2008 wurden über 90% aller Strafuntersuchungen im Schnellverfahren ohne Gerichtsverhandlung durchgeführt und mittels einer meist bedingten Geldstrafe oder Busse von wenigen hundert Franken abgehandelt. Solche Strafen haben keine abschreckende Wirkung, ein Tierquäler wird faktisch nicht bestraft.
Heute sorgt nur im Kanton Zürich ein Tierschutzanwalt dafür, dass Strafverfahren nicht im Sand verlaufen und dass Tierquälereien nicht mit lächerlichen Bussen bestraft werden. Die Sachkompetenz des Zürcher Tierschutzanwalts wird von den Strafuntersuchungsbehörden wie auch vom Veterinäramt sehr geschätzt. Die jährlichen Kosten betragen nur rund 80 000 Franken. Schaffen wir einen echten Tierschutz und geben den Tieren eine Stimme. JA zum Tierschutzanwalt am 7. März 2009.
Die JUSO Bern startete gestern eine Petition mit der sie “Wohnraum für alle” fordert. Der Petitionstext lautet: “Die Stadt Bern setzt sich aktiv für den Schutz, die Erhaltung und die Erhöhung des Anteils von zahlbaren und qualitativ hochwertigen Wohnungen und Gewerberäumen ein. Sie verpflichtet sich dem Ziel einer soziodemografisch durchmischten Wohnbevölkerung in allen Quartieren. Sie gewährleistet, dass sich mindestens ein Drittel aller Mietwohnungen im Eigentum von gemeinnützigen Wohnbauträgern befindet, die ohne Gewinnabsichten dem Prinzip der kostendeckenden Mieten verpflichtet sind.” Die Petition lässt sich auch online aufüllen unter http://juso.ch/de/node/780
In vier Wochen ist die Abstimmung über den Rentenklau. Die SP Schweiz lancierte heute ein Online-Spiel, welches vor allem jüngere Stimmberechtige ansprechen soll. Die SP will damit vor allem die hohe Zahl von unentschlossenen Jungstimmberechtigten mobilisieren und dazu bringen, mit NEIN zu stimmen. Die Spielenden müssen beim Online-Game möglichst lange ihre Rente verteidigen. Dabei stehen drei Rentenabbauer (Gerold Bührer, Christa Markwalder und Didier Burkhalter) zur Wahl, gegen die man antreten kann. Das Spiel ist ab sofort auf der SP-Webseite unter www.spschweiz.ch/kleptomat zu finden.